Was sind Verwachsungen?

Die Ausbildung von Verwachsungen ist eine natürliche Reaktion der Wundheilung auf eine Verletzung des Bauchfells und/oder der Organe. Verwachsungen sind narbige Bindegewebsstränge (unnatürliche Verbindungen), sie können entweder angeboren oder erworben sein. Erworbene oder postoperative Verwachsungen treten nach annähernd jeder Operation auf, können aber auch bei entzündlichen Unterleibserkrankungen und im Rahmen der Endometriose entstehen. Sie heften die Bauchorgane aneinander oder an die Bauchwand. Studien zufolge findet man sie im Anschluss an 50 bis 100 % aller Operationen, bei denen das Bauchfell eröffnet wurde (1-4).

Abbildung 1: Blick in die Bauchhöhle aus Sicht des Operateurs. An der Bauchdecke hat sich ein breiter Verwachsungsstrang gebildet.
Abbildung 1: Blick in die Bauchhöhle aus Sicht des Operateurs. An der Bauchdecke hat sich ein breiter Verwachsungsstrang gebildet.

Die Verwachsungen können Organe des Bauch- und Beckenraums, z. B. Darmschlingen, aneinander oder an das Bauchfell heften oder die Eileiter und die Eierstöcke fesseln und fixieren. In den meisten Fällen machen sie keine Beschwerden, können jedoch die Gesundheit und Lebensqualität Betroffener auch erheblich beeinträchtigen.

Erfahrungsbericht Melanie M.:

“Etwa 3 Monate nach meiner Darmoperation haben meine Probleme angefangen! Leichte Bauchschmerzen und das Gefühl, mein Bauch wäre zu ‘kurz’, habe ich ständig. Sie verstärken sich nach dem Essen und bei Wetterwechsel. Dann habe ich das Gefühl ‚innerlich wund‘ zu sein. Selten, wenn sich der Dünndarminhalt an der verwachsenen Stelle staut, leide ich zuerst an einer starken Übelkeit und muss mich dann übergeben. Glücklicherweise hat mir dann noch jedes Mal ein heißes Vollbad geholfen.”

(1) Attard JP et al. Can J Surg. 2007
(2) DiZerega GS. Fertil Steril. 1994
(3) Liakakos T et al. Dig Surg. 2001
(4) Menzies D, Ellis H. Ann R Coll Surg Engl. 1990